Sieben Jahre nach der Zusammenlegung der Berufsakademien zu einer Hochschule bleibt die DHBW in ihrer tatsächlichen Steuerung stark dezentralisiert. Das neue Positionspapier des AStA zeigt, wie diese Struktur im Studienalltag durchschlägt: uneinheitliche Modulumsetzung zwischen den Studienakademien, ungleiche Prüfungsbedingungen bis hin zu abweichenden Regelungen bei der Bachelorarbeit, sowie eine Governance, in der Studiengangsleitungen zugleich Lehre verantworten und deren Qualität kontrollieren sollen. Das Papier argumentiert, dass diese Defizite kein individuelles Versagen einzelner Akteure sind, sondern strukturell angelegt – etwa durch fehlende zentrale Durchgriffsrechte, Rollenkonflikte ohne unabhängige Eskalationswege und einen PDCA-Zyklus, dem an entscheidender Stelle Controlling und Kennzahlen fehlen.
Mit acht konkreten Forderungen (F1–F8) skizziert der AStA einen Reformpfad: von der Standardisierung zentraler Studienleistungen über ein zentrales Informationsportal bis zur Einrichtung unabhängiger Ombuds-Stellen und einer Präsidialinstanz mit echten Durchgriffsbefugnissen. Besonders hervorgehoben werden Maßnahmen mit geringem Umsetzungsaufwand, die kurzfristig wirken könnten. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Mit dem neuen Hochschulgesetz und der anstehenden Neugestaltung der DHBW-Struktur sieht die Studierendenschaft ein Zeitfenster, um Gleichbehandlung und Transparenz von Anfang an mitzudenken statt bestehende Schwächen in neue Strukturen zu übertragen.
